1989 - 2009

Nach der Wende erweiterten sich die Aufgaben der Feuerwehr stark. Die Zahl der Einsätze erhöhte sich bis 1999 auf das Vierfache. Die vorhandenen Gerätschaften waren für die neuen Aufgaben bald nicht mehr ausreichend. Der neue Träger des Brandschutzes, die Gemeinde Dallgow-Döberitz, investierte in eine neue Ausstattung der Feuerwehr. Bis 1999 wurden durch die Gemeinde vier Fahrzeuge und viele zusätzliche Geräte (Rettungsgeräte, Sprungretter, persönliche Ausrüstungen u.v.a.) beschafft.

Seit ihrer Gründung pflegt die Dallgower Wehr eine gute Beziehung zu ihrer Nachbarwehr in Staaken. Die Verbindungen aus gemeinsamen Einsätzen und Treffen, wie z.B. dem jährlichen „Kontaktfeuer“, haben sich bis heute erhalten. Nach dem Zusammenschluss der Ost- und Weststaakener Wehr wurde das alte Berliner Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 vom Typ MAN 450, Baujahr 1972, ausgesondert und nach Dallgow übergeben. Für die Feuerwehr Dallgow war das nach der Wende eine große Errungenschaft. Das Fahrzeug wurde 1994 wieder zugelassen und ist seitdem in Dallgow-Döberitz im Dienst.

1996 übergab Wehrführer Wolfgang Hans sein Amt an Peter Hans. Zur Unterstützung der Wehr wurde 1998 der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Dallgow-Döberitz e.V. gegründet. Seit 1999 gibt es einen regelmäßigen Austausch mit der Feuerwehr der Partnergemeinde Dopiewo (Polen).

Auf Grund stets wachsender Anforderungen an eine moderne, leistungsfähige Feuerwehr wurde es notwendig, Ersatzbeschaffungen von Technik und Ausrüstung ständig fortzuführen. Der Terrorismus in Amerika am 11. September 2001 hat gezeigt, dass eine Vorsorge auf dem Gebiet der inneren Sicherheit absolut notwendig ist. Auf Grund dieser Erkenntnisse wurden auf dem Gemeindegebiet Notwasserversorgungen errichtet. Diese Notwasserversorgungen ermöglichen eine Versorgung der Bürger mit Frischwasser im Falle eines Ausfalls des Wasserwerkes Staaken. Fast zeitgleich erhielt die Feuerwehr Dallgow-Döberitz einen ABC-Erkundungs-kraftwagen zur Nutzung und Besetzung mit speziell ausgebildeten Einsatzkräften. Dies ist ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr, welches vom Bund gekauft und an die Landkreise übergeben wurde. Das Fahrzeug kann im Landkreis Havelland aber auch über die Kreisgrenzen hinaus eingesetzt werden. Seit 1998 ist ein Tanklöschfahrzeug HTLF 16/25-B (MAN) in der Brandschutzeinheit des Landkreises fest integriert.

Auf Grund der personellen Veränderungen und der notwendigen Anschaffung von Technik und Ausrüstung wurde das Gerätehaus in Dallgow-Döberitz am Standort Siedlung zu klein. So wurde am 13. Oktober 2000 die Baugenehmigung zum Bau eines neuen, größeren und moderneren Gerätehauses erteilt. In den Jahren 2000 bis 2002 erfolgte der schrittweise Abriss des alten Gebäudes und der Neubau des Feuerwehrgebäudes an der Triftstraße. Als einziges Bauwerk blieb der Schlauchturm erhalten und wurde in den Neubau entsprechend integriert. Am 1. März 2002 erfolgte nach Bauabschluss die feierliche Schlüsselübergabe und der vollständige Einzug in das neue Gebäude. Dieses Haus bietet heute einen hohen Standard, beispielsweise für die Aus- und Weiterbildung unserer Kameraden. Die Fahrzeughalle bietet fünf Einsatzfahrzeugen einen Stellplatz, einer davon ist zur Nutzung als Waschhalle ausgebildet. Darüber hinaus wird das Haus für Aktivitäten der Gemeindeverwaltung, wie Gemeindevertretersitzungen, genutzt.

Seit 2002 wird alljährlich ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Am neuen Feuerwehrgebäude werden Übungen und Einsätze demonstriert und die Technik ausgestellt. Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr organisiert die Verpflegung.

Seit 2003 wird die Wehr vom Gemeindewehrführer Frank Schulze geleitet.

Im Jahre 2003, am 26. Oktober, erfolgte die Zusammenlegung der bisher einem anderen Landkreis zugeordneten Gemeinden Dallgow-Döberitz (Lkrs. Havelland) und Seeburg (Lkrs. Potsdam - Mittelmark). Dies brachte für die Feuerwehr Dallgow-Döberitz und Seeburg einige Veränderungen mit sich. Auf Grund dieser Entscheidung veränderte sich der Zuständigkeitsbereich der Gemeindefeuerwehr Dallgow im großen Maße. Ihre Aufgabe übernahm die Feuerwehr Dallgow gemeinsam mit ihren jetzigen Kameraden aus dem Ortsteil Seeburg. Von diesem Zeitpunkt an hatte die Gemeinde Dallgow-Döberitz einen dritten Feuerwehrstandort im Ortsteil Seeburg. Zu der personellen Verstärkung kamen zwei weitere Feuerwehreinsatzfahrzeuge hinzu, welche im Standort Seeburg untergebracht sind. Es handelt sich hierbei um ein Tragkraft-spritzenfahrzeug (TSF-W) und einen Gerätewagen (GW).

Im Jahr 2004 erfüllte das Löschgruppenfahrzeug LF 8 vom Typ LO (Robur) nicht mehr die gestellten Einsatzanforderungen. Im Austausch dafür wurde im Jahr 2004 ein gebrauchtes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug LHF 16-CM (MAN), Bj. 1988, durch die Gemeinde von der Berliner Feuerwehr gekauft. Die Indienststellung dieses Fahrzeuges erfolgte im August 2004.

Somit hat die Feuerwehr Dallgow-Döberitz im Jahr 2009 nachfolgend genannte Einsatzfahrzeuge: Dallgow/Siedlung: ein ELW 1, ein VRW, ein TLF 16/25, ein HTLF 16/25-B, ein ABC ErkKw, Dallgow/Dorf: ein LHF 16-CM, Seeburg: ein TSF-W, ein GW.

Die Feuerwehr hat 2009 eine Stärke von insgesamt 79 Kameraden und Kameradinnen.

Autor: Andreas Krüger, Frank Schulze

1945 - 1989

Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und dem Ende des 2. Weltkrieges stand unsere Wehr – wie viele andere Feuerwehren auch – vor dem Nichts. Nach dem Zusammenbruch herrschte Chaos, die Depots wurden geplündert. Das Fahrzeug in Dallgow wurde von der russischen Administration eingezogen. Das Fahrzeug in Rohrbeck stand ohne Räder im Spritzenhaus. Die Räder waren abmontiert und in der Scheune von Kunow unter Stroh versteckt. Der Mercedes hatte zur Befestigung der Räder eine spezielle Radnabe, eine Steckachse. Wenn es einfach möglich gewesen wäre, andere Räder zu befestigen, wäre er vermutlich ebenfalls verschwunden. Als die öffentliche Ordnung halbwegs hergestellt war, wurden die Räder aus dem Versteck geholt und das Fahrzeug war wieder im Dienst.

Die Leitung der Feuerwehr Rohrbeck übernahm Willi Wandochowski, in Dallgow Wehrleiter Victor Braun. 1953 wurden die beiden Wehren zur Freiwilligen Feuerwehr Dallgow unter Führung von Willi Wandochowski zusammengelegt. Willi Wandochowski gab sein Amt 1965 an Klaus Wandochowski ab. 1967 übernahm Wolfgang Petro die Wehrleitung. Von 1975 bis 1996 leitete Wolfgang Hans die Wehr.

Für die Wehr in Dallgow organisierte Willi Wandochowski 1945 ein Ersatzfahrzeug aus dem Lager Döberitz – es stammte offenbar vom Flugplatz Döberitz. Das schmale Fahrzeug hatte einen 2-Takt DKW-Motor. Die Wehr in Rohrbeck bestand zunächst aus fünf jungen Frauen und zwei Männern, die unter Führung von Willi Wandochowski zum Brandeinsatz gerufen wurden. Als Standort diente ihnen die alte Baracke westlich des Schwanengrabens gegenüber der heutigen Feuerwache an der Triftstraße.

Ein neues massive Fahrzeugdepot der Gruppe I, Dallgow-Siedlung mit Vorraum und Schulungsraum wurde am 6. Oktober 1951 eingeweiht. Die Baumaßnahmen wurden immer von den Kameraden ausgeführt, die oft auch selbst für das Material zu sorgen hatten. Die Gruppe II Dallgow-Dorf bezog 1959 zum 50. Jahrestag der Feuerwehr das heutige Gerätehaus in der Bahnhofstraße, an dessen Stelle zuvor eine Schulbaracke stand. Der Standort Rohrbeck, das Spritzenhaus an der Dorfstraße/Hauptstraße, wurde Ende der sechziger Jahre aufgegeben. In den nachfolgenden Jahren erfolgten Erweiterungen und Modernisierungen der beiden Gerätehäuser. Am 20. September 1988 wurde der Grundstein für einen Neubau der Fahrzeughalle Triftstraße 1 gelegt. Von diesem Bau ist in der heutigen Feuerwache der Schlauchturm erhalten geblieben.

Mit der deutschen Teilung und der Gründung der DDR 1949 wurden die Freiwilligen Feuerwehren dem Ministerium des Inneren unterstellt. Die Wehren wurden organisatorisch als Organ „F“ der Volkspolizei geführt.

1957 waren 13 Frauen und drei Männer im vorbeugenden Brandschutz tätig. Zur Verhütung von Bränden wurden im Bereich der Gemeinde regelmäßig Betriebe und Haushalte überprüft. Über das Ergebnis wurde der Rat der Gemeinde informiert.

Die Gruppe Dallgow-Dorf wurde Ende der sechziger Jahre der LPG als Betriebslöschgruppe zugeordnet. Sie konnte aber in den siebziger Jahren durch den Wehrleiter Wolfgang Hans wieder in die Feuerwehr Dallgow zurückgeholt werden. Neben der Freiwilligen Feuerwehr gab es von 1966 bis 1968 auch eine Gruppe als Pflichtfeuerwehr. Einwohner wurden vom Rat der Gemeinde zum Feuerwehrdienst verpflichtet. 1966 wurde eine Arbeitsgemeinschaft ,,Junge Brandschutzhelfer“ aufgebaut – der Vorläufer der Jugendfeuerwehr. Die Gruppe bestand aus zehn bis zwölf Mitgliedern. Die Ausbildung übernahm bis 1970 Ernst Mattke.

In der Gemeinde wurde über Sirenen alarmiert. Brände konnten im Ort an mehreren Feuermeldestellen gemeldet werden. Ein Telefonanschluss gehörte zu dieser Zeit zu den Privilegien des Wehrleiters. Der Wehrleiter wurde zu Hause angerufen, fuhr mit dem Fahrrad zur Sirene und schaltete sie zur Alarmierung ein. Die Dallgower Wehr wurde auch zu Einsätzen auf dem zu dieser Zeit sowjetischen Truppenübungsplatz Döberitz gerufen. Zu Unfällen auf der Hamburger Chaussee, zu dieser Zeit Strecke für Transitreisende von West-Berlin durch die DDR Richtung Hamburg, wurde die Wehr nicht gerufen. Ebenso wäre zu dieser Zeit niemand auf die Idee gekommen, wegen einer Ölspur auf der Straße die Feuerwehr zu rufen.

Bis zum Jahr 1960 besaß die Feuerwehr Dallgow gebrauchte, für den Feuerwehrdienst umgebaute Kraftfahrzeuge. Dann erhielt sie das erste fabrikneue Fahrzeug, einen Garant 30K. Dieses Fahrzeug ist heute das Traditionsfahrzeug der Feuerwehr Dallgow-Döberitz. In den siebziger Jahren wurde ein moderneres, aber gebrauchtes Fahrzeug, ein LO (Robur), durch den Kreis zur Verfügung gestellt. 1987 wurde dieses Fahrzeug durch ein jüngeres gleicher Bauart ersetzt. Die Gruppe Dallgow- Dorf erhielt nach der Wiedereingliederung in die Feuerwehr einen H3A (IFA) vom Rat des Kreises, der als Einsatzfahrzeug genutzt werden durfte und an den ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) angehangen wurde. Dieser wurde später durch unseren Garant 30K, der zwischenzeitlich in anderen Feuerwehren eingesetzt war, ausgetauscht.

An jedem 1. Mai bis 1989 gab es einen Umzug durch den Ort und die Tradition des Fackelumzuges am Vorabend. 1985 hatte die Wehr 51 Mitglieder, darunter zehn Frauen. Bis 1989 gab es durchschnittlich 17 bis 25 Einsätze pro Jahr für die Feuerwehr in Dallgow.

Autor: Andreas Krüger, Frank Schulze

 

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1909 - 1945

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Dallgow

Von Gründung und Aufbau

Fast zeitgleich wurden in Dallgow und Rohrbeck Freiwillige Feuerwehren gegründet. Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dallgow fand am 5. Juni 1909 unter der Leitung des damaligen Gemeindevorstehers Bartel im Gasthaus Zur Linde (Rietdorf ) statt (heute steht dort das Parkhotel). Anwesend waren 31 Bürger. Der frühere Schmiede- und Spritzenmeister Albert Krause wurde zum Oberführer, Otto Müller zum Führer, Paul Winterberg zum Zeugmeister und Richard Kluchert zum Schrift- und Kassenwart bestimmt. Gemeindevorsteher Bartel und Otto Schütze bildeten den Vorstand. Am 10. Oktober 1909 trat Oberführer Krause zurück und Otto Müller übernahm den Posten, Fritz Kluchert wurde Führer. Der Standort des Spritzenhauses war damals gleich neben dem Gasthaus Vogel. Die Arbeit begann.

Im Oktober 1910 trat die Feuerwehr Dallgow dem Brandenburgischen Provinzial Feuerwehr-Verband bei. Die Wehr bestand zu dieser Zeit aus 23 aktiven und 20 passiven Mitgliedern. Dem Führer Wurdel aus Seegefeld wurden für die Ausbildung der Dallgower Feuerwehr 50 Mark aus der Gemeindekasse in Aussicht gestellt. Die Feuerwehrmänner erhielten schwarze Drillichröcke, Kappen und Steigegurte. Fortan standen Exerzieren, Probealarmierungen und Ausbildungskurse für die Kameraden an. Zur ersten Ausrüstung der Feuerwehr Dallgow gehörten eine Wagenpumpe mit Saugwerk, ein vierrädriger Wasserwagen, 200 Meter Schläuche sowie zwei Einschlagleitern. Die Bauern des Ortes wurden wechselseitig verpflichtet, ein Pferdegespann zur Verfügung zu stellen. Die Alarmierung erfolgte durch Alarmblasen und Sturmläuten: innerorts kurz-lang, außerorts in langen Tönen. Der Ort hatte zu diesem Zeitpunkt 875 Einwohner. In der Kolonie bestand zunächst noch eine Pflichtfeuerwehr.

Mit der Gründung der Feuerwehr wurde das kulturelle Leben aktiviert. Alljährlich wurde ein Stiftungsfest durch die Kameraden organisiert und durchgeführt. Als Gäste wurden Kameraden der umliegenden Feuerwehren eingeladen. Genauso wurden die Dallgower Kameraden zu deren Stiftungsfesten eingeladen. In Dallgow wurde das erste Stiftungsfest am 29. Oktober 1910 in der Vogelschen Gaststätte begangen. Eingeladen wurden die Wehren aus Seegefeld, Cladow, Gatow, Staaken und Rohrbeck.

Im Jahr 1910 wurde die Wehr zu ihren ersten zwei Brandeinsätzen alarmiert, beide in Staaken, ein Wiesenbrand und ein Brand in der Fabrik Orenstein&Koppel. Aus der Gemeindekasse wurden dafür 50 Pfennig pro Stunde pro Mann der Vereinskasse zugeführt. Die erste Alarmierung in Dallgow gab es am 29. Oktober 1911 zu einem Kuhstallbrand bei Familie Grelle in der Spandauer Straße 5. In der Dallgower Post wurde am 9. November 1911 die erste Feuermeldestelle eingeführt. Der Bau einer Wasserleitung im Jahre 1912 trug mit zur Erleichterung der Löschwasserversorgung in Dallgow bei.

Während der Kriegsjahre 1914 bis 1918 wurden fast alle Kameraden eingezogen. Aus dieser Zeit sind keine Unterlagen aus dem Feuerwehrleben vorhanden. Nach Beendigung des Krieges traten fast alle Kameraden wieder in die Reihen der Feuerwehr ein, wobei zehn Mitglieder auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen ihr Leben gaben. 1919 bestand die Wehr aus 45 passiven und 22 aktiven Mitgliedern. Die Anschaffung eines Standrohres erfolgte und die Wasserleitung konnte erstmalig genutzt werden. Am 5. Juni 1924 konnte die Wehr auf ihr 15-jähriges Bestehen zurückblicken. In dieser Zeit wurde die Wehr 22 Mal alarmiert. Es brannten acht Scheunen, fünf Ställe, zwei Fabriken, zwei Stuben, zwei Baracken, ein Hausdachstuhl, ein Kinozelt und ein Waldstück. Am 8. November 1924 feierte die Wehr ihr 15. Stiftungsfest im Restaurant St. Hubertus. Von den Einnahmen des Stiftungsfestes wurden drei neue Schläuche angekauft, so dass in der Kolonie 45 m und in dem Orte 200 m Schlauchlängen vorhanden waren. Anfang der zwanziger Jahre wurde durch die Gemeinde Dallgow die erste elektrische Sirene beschafft, die auf die Kirche in Dallgow montiert wurde. 1934 gab es acht Meldestellen und zwei Saugbrunnen im Ort. An die Wasserleitung wurden die ersten Hydranten angeschlossen.

Im Nachbarort Seeburg wurde am 9. Februar 1934 von 28 Kameraden eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Das 25. Stiftungsfest der FreiwilligenFeuerwehr Dallgow wurde am 10. Juni 1934 mit einem großen Festball im Lokal Prinz Heinrich gefeiert. Seit Bestehen der Wehr war sie 43 Mal bei Bränden tätig. 1934 umfasste die Wehr einen Oberführer, einen Zugführer, vier Ober- und 18 Feuerwehrmänner, ein Ehrenmitglied und 30 passive Mitglieder. Am 19. September 1934 ist der Verein „Freiwillige Feuerwehr Dallgow“ in das Vereinsregister unter Nummer 7626 eingetragen worden (Amtsgericht Berlin-Charlottenburg). Der Verein wurde 1939 per Gesetz wieder aufgelöst. 1935 wurden die Wehren von Dallgow und Rohrbeck in die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Dallgow eingeordnet. In Dallgow-Siedlung (heute obere Kolonie) wurde eine Außenstelle mit Gerätschaften eingerichtet.

1936 gab es acht Feuermeldestellen im Ort. Die Feuerwehren in Dallgow und Rohrbeck erhielten je einen Mercedes Automobilmannschaftswagen mit Motorspritze, die in der Kfz-Werkstatt Willi Otto in der Bahnhofsstraße aufgerüstet wurden. Die Leistungsfähigkeit wurde mit einem Probealarm überprüft. Bereits sieben Minuten nach erfolgtem überraschendem Alarm wurde Wasser gegeben.

Die Feuerwehr wurde in dieser Zeit stark in das damalige politische System eingebunden. Auf Erlass des Innenministers des Reiches wurden alle Freiwilligen Feuerwehren in eine Feuerschutzpolizei umgewandelt. Die Feuerwehrleute hießen Feuerwehrpolizisten. Die Feuerwehr bekam neue Stahlhelme und wurde dem Reichsluftschutzbund unterstellt. Während des zweiten Weltkrieges kam die Dallgower Feuerwehr auch in Berlin zum Einsatz. Dallgow war, wie viele Orte um Berlin, während des Bombenterrors ein Sammelpunkt für Feuerwehren für Einsätze in Berlin.

Zu den Ereignissen dieser Zeit, bei denen auch die Feuerwehr ihren Dienst erfüllte, fehlt es an Aufzeichnungen.

Autor: Andreas Krüger, Frank Schulze

 

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VORGESCHICHTE

Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Dallgow

Mit Feuerleiter, Feuerhaken und ledernem Feuereimer

Am 5. Juni 1909 wurde die Freiwillige Feuerwehr Dallgow ins Leben gerufen. Die Vorsorge vor meist schnell um sich greifenden Bränden und das gemeinschaftliche Vorgehen bei Ausbruch von Feuer sind um einiges älter.

Schon lange vor diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde eine Handdruckspritze und 50 m Schlauchleitung in Besitz. Ausgebildete Feuerwehrleute gab es nicht. Zur Brandbekämpfung war jeder Hausbesitzer verpflichtet. Durch Verordnung mussten sie eine Feuerleiter, einen Feuerhaken und lederne Feuereimer zur Brandbekämpfung bereithalten. Schlauch und Spritze waren bei dem Schmiedemeister stationiert. Öffentlich ausgehängte Feuertafeln bestimmten die Besitzer von Pferden zur Gespannstellung. Brach Feuer aus, wurde eine bestimmte Kirchenglocke geläutet. Diese Sturmglocke alarmierte die Einwohner. Der Schmiedemeister, Spritzenmeister und der Gemeindevorsteher saßen auf der Spritze. Der Gemeindevorsteher war als Löschkommissar mit einer Armbinde gekennzeichnet. Der Schmiedemeister trug das einzige Uniformstück der Löschmannschaft, einen Feuerwehrhelm. Hinter der Spritze fuhren die Landwirte auf einem Leiterwagen zum Brandplatz. Das Dorf hatte vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mehrere große Brandkatastrophen erlebt und oft standen die Menschen dabei den Gewalten recht hilflos gegenüber.

Am 9. Juli 1845 schlug der Blitz im Dorf ein und die fünf Höfe Bartel, Ewes, Schulze, Maas und Müller brannten völlig nieder. Dass die Dallgower Bauern bereits zu dieser Zeit Vorsorge zur Brandbekämpfung getroffen hatten, beweist der Rehabilitationsplan, datiert vom 4. August 1845 zum Wiederaufbau der abgebrannten Bauerngehöfte. Auf dem Plan ist am Dorfplatz bereits das Spritzenhaus eingetragen. Vermutlich stand darin zu dieser Zeit bereits die erwähnte Handdruckspritze. Drei Jahre später brannte es in Rohrbeck während der Ernte drei Tage lang. Das Pfarrhaus brannte nieder, sämtliche Kirchenakten wurden bei dem Feuer vernichtet. Die Dallgower halfen beim Löschen.

Sehr genau ist der Verlauf einer weiteren Dallgower Brandkatastrophe überliefert. 1869 vernichtete eine große Feuersbrunst einen großen Teil des Dorfes. Das Feuer kam in der Nacht zum 7. April in dem Hause des Büdners Kobelke (Schulstraße) auf und ergriff schnell die schon halb abgedeckte Scheune des Stolpschen Gehöftes sowie Arbeitshäuser mehrerer benachbarter Bauern. Von einem Stall wurden durch den herrschenden Südwind die Funken nahe dem jenseits der Kirche liegenden Gehöft von Euent geweht, welches nun ebenfalls nebst Arbeiterhaus und Scheunen in Flammen aufging. Inmitten dieses Feuermeeres stand die Kirche mit ihrem Turm noch unversehrt dar. Plötzlich wirbelte der Wind im brennenden Wohnhaus Karl Stolp in der Hauptstraße (heute Johann-Sebastian-Bach-Straße) aus dem Rauchfang eine der vielen glimmenden Speckseiten auf das Schindeldach des Kirchturmes und tanzte gleichsam auf diesem hin und her, ohne anfangs das Dach zu entzünden. Obwohl man sich Mühe gab, den brennenden Speck zu fassen, gelang es doch nicht und schließlich erfasste das Feuer die unter dem Turmdach befindlichen Sperlingsnester und bald brannte der ganze Turm gleich einer mächtigen Feuergarbe. Durch die Hitze wurden die Glocken in Schwingungen gebracht und begannen zu tönen, bis sie schließlich, nachdem der Glockenstuhl ebenfalls vom Feuer erfasst worden war, mit dem gesamten Holzwerk des Turmes zusammenbrachen. Die Glocken waren in der Glut fast vollständig zerschmolzen. Die Kirche aber war wie ein Wunder, abgesehen von der Chortür, unversehrt geblieben. Die schnelle Ausbreitung des Feuers erklärt sich aus der Bauweise der Häuser, die oft nur aus Holz bestanden und mit Stroh gedeckt waren. Gleich nach dem Brande wurden die Gehöfte wieder aufgebaut und auch der Kirchturm wurde wieder hergerichtet und der Bau 1872 beendet.

Bei einem weiteren Feuer im Jahre 1903 konnten von vier Gehöften nur die Wohnhäuser erhalten werden.

Autor: Andreas Krüger, Frank Schulze

 

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HISTORISCHES

Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Dallgow

Die Freiwillige Feuerwehr Dallgow wurde 1909 ins Leben gerufen. Die Vorsorge vor meist schnell um sich greifenden Bränden und das gemeinschaftliche Vorgehen bei Ausbruch von Feuer sind um einiges älter.

Die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dallgow fand am 5. Juni 1909 unter der Leitung des Gemeindevorstehers Bartel im Gasthaus Zur Linde (Rietdorf ) statt. Anwesend waren 31 Bürger.

Nach dem Zusammenbruch 1945 herrschte Chaos, die Depots wurden geplündert. Das Fahrzeug in Dallgow wurde von der russischen Administration eingezogen. Das Fahrzeug in Rohrbeck stand ohne Räder im Spritzenhaus.

Nach der Wende erweiterten sich die Aufgaben der Feuerwehr stark. Die Zahl der Einsätze erhöhte sich bis 1999 auf das Vierfache. Die vorhandenen Gerätschaften waren für die neuen Aufgaben bald nicht mehr ausreichend.

Die ungekürzten Fassungen sind in unserer Festschrift zum 100-jährigen Bestehen abgedruckt.

200904271911

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